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Anspruchsvolle Vogelwelt
Meisen bevorzugen Bruthöhlen auf der Ostseite


(umg.info 2008_04) Vogelschützer empfehlen seit jeher, Nistkästen so zu platzieren, dass die Nistöffnungen noch Osten oder Südosten wei­sen. In einer wissenschaftlichen Untersuchung aus Deutschland kon­nte die Vermutung, dass Vögel diese Himmelsrichtungen bevorzugen, nun belegt werden.
In unseren Wirtschaftswäldern haben Vögel meist keine große Aus­wahl, was die Himmelsrichtung ihrer Nisthöhle betrifft – alte und tote Bäume mit natürlichen Baumhöhlen sind Mangelware. Daher gilt bei natürlichen Bruthöhlen das Prinzip „man nimmt, was man kriegt“. Da in Mitteleuropa die Westseite der Bäume stärker Regen und Wind aus­gesetzt sind, steigt eben auch die Chance, dass gerade dort Äste brechen und so Asthöhlen als Bruthöhlen entstehen können. Selbst wenn hier höhere Feuchtigkeit und stärkerer Witterungseinfluss zu einer Verringerung des Bruterfolges führen. In einer Langzeitstudie im Raum Braunschweig wurden den Vögeln ausreichend künstliche Nist­höhlen in allen Himmelsrichtungen an­ge­boten. Das Ergebnis hat ge­zeigt, dass Kohlmeisen (Parus major), Blaumeisen (Parus caeruleus), Kleiber (Sitta europaea) und Stare (Sturnus vulgaris) tatsächlich der Wetter abgewandten Seite, also an der Ostseite platzierte Nisthöhlen, bevorzugt besiedeln.


Gaedecke, N. & W. Winkel (2005): Bevorzugen Meisen Parus spp. und andere Höhlen brütende Kleinvögel bei der Wahl ihres Brutplatzes die von der Wetter abgewandte Seite? Vogelwarte 43: 15-18


Keywords: Vögel, Nisthöhle, Nistkasten, Himmelsrichtung, Bruterfolg
 

 


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