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Gesundheitsrisiko Wildbret
Toxische Rückstände durch bleihältige Munition


(umg.info 2010_05) Der Verzehr von Wild, das mit bleihältiger Muni­tion geschossen wurde, ist ein Gesundheitsrisiko. Dies haben amerikanische Untersuchungen gezeigt.
In Wyoming wurden 30 Weißwedelhirsche analysiert, die mit Kupfer um­mantelten Bleigeschossen erlegt wurden. In allen Tierkörpern konn­ten Metallpartikel nachgewiesen werden. Und in 24 von 30 Fällen waren die Metallrückstände, die zu über 90 % toxisches Blei ent­hielten, auch in aus den daraus hergestellten Hackfleischprodukten nach­zuweisen. Versuchsweise wurde das belastete Fleisch an Schweine verfüttert. Zwei Tage später war die Bleikonzentration im Blut mit durchschnittlich 2,29 Milligramm pro Deziliter etwa 3,6 mal höher als bei Schweinen, an die kein belastetes Fleisch verfüttert wurde. Die Forscher schließen daraus, dass der Verzehr von Wild, das mit herkömmlicher bleihältiger Munition geschossen wird, auch für Menschen ein Gesundheitsrisiko darstellen kann. Blei wird nur sehr langsam wieder ausgeschieden und reichert sich vor allem in den Knochen an. Bereits die Aufnahme geringer Dosen kann über einen längeren Zeitraum eine chronische Bleivergiftung verursachen. Blei schädigt das Nervensystem, führt zu Magen-Darm-Beschwerden, Nierenschäden, beeinträchtigt die Blutbildung und wird mit Krebs- und Herzkreislauferkrankungen in Verbindung gebracht.
Alleine in den USA sind etwa zehn Million Jäger, ihre Familien und Per­sonen mit niedrigen Einkommen, die Wildfleisch als Spende erhalten, durch den Verzehr von bleihältigem Wildbret gefährdet. Auch in deut­schen Supermärkten ergaben Stichproben bei Wild­schwein­fleisch eine 10.000fache Überschreitung des Bleigrenzwerts, der für Schweine­fleisch gilt.


Hunt, W. G., Watson, R. T., Oaks, H. L., Parish, C, N., Burnham, K. K., Tucker, R. L., Belthoff, J.R. & G. Hart (2009): Lead Bullet Fragments in Venison from Rifle- Killed Deer: Potential for Human Dietary Exposure. PLoS ONE 4 (4), http://www. plosone.org/article/info:doi/10.1371/ journal.pone.0005330
NABU mahnt zu Vorsicht bei Wildfleisch-Verzehr: http://berlin.nabu.de/oekolog ischleben/essenundtrinken/10579.html
Watson, R. T., Fuller, M., Pokras, M. & G. Hunt (eds.) (2009): Ingestion of Lead from Spent Ammunition: Implications for Wildlife and Humans. The Peregrine Fund, Boise, Idaho, USA, 394 p., https://www.peregrinefund.org/lead_conferen ce/2008PbConf_Proceedings.htm


Keywords: Blei, Wildbret, Lebensmittelsicherheit, Vergiftung
 

 


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